PU auf Schloss Bückeburg

Datum: vom 28.02. zum 01.03.2009
Anwesende: Herr Alexander Perl (Voigt)
Andreas Knuffmann und Filmteam
Frank, Allen, Doris und Dani von der PRG-HH
Temperatur: außen: 6°/7° C
Windstärke: 0,00 mm/s
Monddaten: 4. Nacht nach Neumond
Luftfeuchtigkeit: 97%
Luftdruck: 1011.80 hPa
Niederschlag: 0.00 mm
Teil 1: Der Rundgang durch das Schloss
Am 28.02.2009 trafen wir uns um 17 Uhr mit dem Filmteam vor dem Schloss Bückeburg. Wir wurden dort herzlich von dem Voigt, Herrn Alexander Perl empfangen.
Nach gegenseitigem Vorstellen und Kennenlernen, schlug Herr Perl vor, uns das Schloss zu zeigen. So begannen wir ca. 18 Uhr mit dem Rundgang. Das Schloss hat 3 Eingangshallen. Ein Eingang befindet sich direkt mittig unterm Turm, rechts und links befinden sich noch 2 Eingänge. Wir betraten alle das Schoss durch die rechten Eingangshalle.
Herr Perl zeigte uns als erstes die Aufbahrungshalle, welche sonst der Zugang unter dem Turm zum Schloss ist. Der Turm hat eine Mauerdicke von 3,50 m. Dieser Raum/ Eingangshalle ist nicht sehr groß. In der Mitte des Raumes befindet sich eine kompassähnliche Rose, die in alle Himmelsrichtungen zeigt. In dieser Halle wurde von 1886 bis 1918 ca. 2 - 3 Aufbahrungen durchgeführt. Zugänglich ist der Raum von 3 Seiten. Früher hatte er einen separaten Eingang von außen, der aber jetzt verschlossen ist, nun befinden sich rechts und links jeweils ein Zugang. So wie wir durch den rechten Zugang den Raum betraten, konnte die damalige Bevölkerung auch den Raum betreten, um dem verstorbenen Fürsten das letzte Geleit zu geben und Abschied zu nehmen. Man lief dann einmal um den halben Sarg, welcher genau mittig auf der Rose platziert wurde, herum, um dann links den Raum wieder zu verlassen. Auffällig war, das der Tonmann, Dirk, Probleme hatte, mit den Audiogeräten, welches eventuell auch an den dicken Mauern gelegen haben könnte. Doris war in dem Raum sehr nach weinen. Sie fühlte eine tiefe Trauer und unendlich viel Traurigkeit. Angesichts dieser beiden Gegebenheiten, beschlossen wir dort dann später einen Sitdown durch zu führen.

Nun gingen wir in den Innenhof. Otto IV. von Schaumburg ließ in nur vier Jahren eine repräsentative vierflügelige Schlossanlage im Stil der Weserrenaissance errichten. Somit entstand der Innenhof. Hier erzählte uns Herr Perl von dem Brand auf dem Schloss. 1732 brannten in wenigen Stunden der Nord- und Südflügel des Hauptgebäude aus. Albrecht Wolfgang zu Schaumburg-Lippe ließ es im Barockstil wieder aufbauen. Auf unsere Frage, ob bei dem Brand jemand zu Tode gekommen sei, antwortete Herr Perl, das er das nicht wüsste, aber in einem Brief von Albrecht an seine Mutter, soll von einem Feuerwehrmann die Rede gewesen sein, der beim Brand ums Leben kam. Aber wirklich belegt sei nichts. Wir bewunderten den Innenhof, da man doch noch beide Stilrichtungen erkennen konnte.

Nun zeigte uns Herr Perl die Kapelle. Beim Betreten der Kapelle hatten Doris und Dani, unabhängig von einander, Beklemmungen auf der Brust, so als würden sie keine Luft bekommen. Dani wurden die Beine weich und zitterten. Als Dani Doris von ihren Gefühlen berichtete, und Doris ihr bestätigte, das es ihr genauso ginge, fing Herr Perl an über die Kapelle zu berichten. Die Außenwände der Kapelle sind 2,25 m dick. In der Mitte befindet sich eine quadratige freie Fläche von ca 2,5 x 2,5 m. In diesem Quadrat sind 16 kleine Sterne in die Bodenfliesen eingelassen. Unter diesen Sternen befinden sich die Herzen der verstorbenen Fürsten, wobei sich unter den größeren Sternen die Erwachsenenherzen und unter den 4 kleineren Sternen die Kinderherzen befinden. Da früher die Schlossherren gerne nahe ihrem Besitz beerdigt werden wollten, wurden den Verstorbenen das Herz entnommen, um es direkt im Schloss oder beim Schloss zu beerdigen, während die Gebeine anderswo hinkamen. Dadurch blieb das Herz immer nahe des Besitzes. Dieses Verfahren wurde im Schloss Bückeburg von 1793 bis 1922 angewandt, denn das Mausoleum wurde erst 1922 errichtet. Demnach wurde auch zu dem Zeitpunkt das letzte Herz dort beerdigt. Weil wir uns ja auch mit den unterschiedlichen Trauerkulturen befassen, und nicht nur mit dem Paranormalen, entfachte spontan eine Diskussion darüber, wo denn nun die Seele des Menschen gespeichert ist, im Herzen oder doch im Gehirn, oder ob doch beides eine Rolle spielte. Aber das hier mal nur so am Rande. Nun hatten Doris und Dani eine eventuelle Erklärung für ihre Beklemmungen. Wir fragten Herrn Perl, ob ihm an den Besuchern, die diese Kapelle das erste Mal betreten, etwas aufgefallen ist. Und so berichtete er, das es einige Menschen gibt, die diese Kapelle nicht betreten konnten und einige können diese Kapelle auch nur mit ungutem Gefühl betreten, obwohl diejenigen bis dato auch nichts von den begrabenen Herzen im Boden wußten. Einige Menschen bekommen diese Gefühle erst, nachdem er von den Herzen erzählte, was uns zu dem Schluss bringt, das da der psychische Effekt eine große Rolle spielt. Und die Meisten merken aber nichts. Diese Beobachtungen waren für uns sehr interessant, da Dani und Doris ja auch vorher nichts von den Herzen wussten, so wie einige der Besucher auch mit Unbehagen reagierten. Herr Perl sagte, das er diese Gefühle nie hatte oder hat. Wir versuchten ihm dann zu erklären, das manche Menschen einen sensibleren Draht haben, und andere nicht. Und, weil er ja oft in der Kapelle ist, ist das mit den Herzen für ihn normal, so wie in anderen Bereichen im Leben einige Menschen irgendwas nicht machen könnten oder tun, und für Andere ist das etwas ganz Normales. Das ist so eine Art der Akzeptanz, aber trotzdem Respekt davor. Aber keiner von uns konnte auf die Sterne treten.
Wir beschlossen dann dort einen Movetest mit Kamera und Geräten auf zu bauen.

Nun ging Herr Perl mit uns gegenüber der Kapelle über den Innenhof in einen Raum der vor hundert Jahren mal ein Frühstücksraum war. Seit dem ist dieser Raum eine Rumpelkammer, wo, außer um was abzustellen oder raus zu nehmen, seit hundert Jahren baulich nichts verändert worden ist. Man konnte die Mauern von damals noch gut erkennen. Auch Türen waren noch vorhanden, obwohl von der anderen Seite her der Zugang vermauert war, bedingt durch Umbauarbeiten am Schloss selber. Ganz alte Truhen und Kronleuchter waren da zu finden. Es wirkte eher wie eine Schatzkammer auf uns.

Nach diesem Raum machten wir ein Pause. Wir gingen alle in das im Schloss befindliche Restaurant. Bei dieser stärkende Pause kamen wir ins Gespräch mit der Kellnerin, Karin Gerbe. Nach Aufklärung, was wir hier tun, erzählte sie uns, das sie hier auch schon 2 ungewöhnliche Erlebnisse hatte. So gingen wir dann mit ihr an diese Orte.
Als erstes gingen wir hinaus vor das Schloss. Dort berichtete sie, dass sie, als Sie eines abends Feierabend hatte, gegenüber auf dem Haus (Archiv), oben auf dem Dach eine schwarze Gestallt hat sitzen sehen. Es war 22:15 Uhr und Neblig an dem Abend. Sie fühlte sich die ganze Zeit beobachtet, und schaute sich deshalb um. Und dabei sah sie dann diese schwarze Gestallt dort sitzen. Auch nach mehrmaligem Hinsehen und weiterlaufen war sie zu sehen. Also es war somit keine kurze Erscheinung. Die Gestallt saß oben in der Nähe eines Fensters, neben einer Schneckenähnlichen Verzierung am Dach. Die Gestalt hockte da oben. Wir machten viele Fotos, aus allen Richtungen, mit und ohne Nightshot. Denn es war ja auch schon dunkel, als sie uns die Stelle zeigte. Am nächsten Tag haben wir uns das Dach noch einmal im Hellen angeschaut, und stellten fest, das kein Mensch so da hätte sitzen können. Der wäre abgestürzt. Das Dach ist dort sehr abschüssig, und wenn man bedenkt, das der Abend neblig war, somit auch sehr rutschig. Nur aufklären konnten wir das nicht.

Als nächstes ging sie mit uns in einen Gang neben dem Restaurant. Dort hatte sie damals eine Kiste in der Hand, die sie kurz abstellte. Dabei merkte sie einen Windzug an der Wange. So als ob ihr einer an die Wange pustet. Also ein konzentrierter Luftzug. Es war ganz plötzlich. Sie versicherte, das alle Türen und Fenster geschlossen waren. Wir fingen an, mit Temperaturmessungen, und elektrische Spannungen aus zu schließen. Auch kontrollierten wir alle Türen, die diesen Luftstrom hätten auslösen können. Aber diese waren alle dicht. Unsere Temperaturmessungen ergaben auch keine Auffälligkeiten. Auch ungewöhnliche elektromagnetische Felder waren nicht zu messen. So konnten wir hierfür auch keine Erklärung finden. Aber beide Ereignisse haben wir in unsere Archivsammlung mit aufgeführt. Wir bedankten uns ganz herzlich bei Frau Gerbe, das sie ihre Erlebnisse mit uns teilte.
Da es inzwischen schon 21:30 Uhr war, bauten wir unser erstes Testfeld in der Kapelle auf.
Nach dem abgeschlossenen Aufbau, ging Herr Perl mit uns in den Souveniershop um uns sein Erlebnis zu schildern.
Der Shop war früher der Aufenthaltsraum für die Mitarbeiter des Schlosses. Es war damals ca. 07:00 Uhr, als Herr Perl über diesem Raum Schritte und Kinderstimmen hörte. Es wirkte so, als ob eine Schulklasse wach wird, von den Geräuschen her. Herr Perl, der damals zu der Zeit allein war im Schloss, ging nach oben um nach zu sehen. Er war sich zwar sicher, das er allein war, aber es musste ja eine Erklärung dafür geben. Oben in dem Raum angekommen, war Stille. So ging er wieder hinunter. Und diesmal hörte er es wieder. Aber er konnte sich kein Reim darauf machen. Er war nur erleichtert, als dann seine Kollegen kurz darauf auch zur Arbeit kamen. Sein alter Chef sagte nur zu ihm, als er ihm davon berichtete, „ach, hörst du auch was?“. Wir fragten ihn dann, ob da oben mal Kinder gelebt hatten. Er verneinte es, da sich früher dort oben die Küche befunden hatte. Wir fingen an alles durch zu messen. Es waren keine Auffälligkeiten in dem Raum. Wir ließen dort ein Diktiergerät zurück und gingen mit Herrn Perl in dem Raum darüber, aus dem die Geräusche kamen.
Wir gingen eine Treppe hinauf, durch die große Festhalle, welche sehr beeindruckend war.
In dem Raum angekommen, führten wir unsere Grundmessungen durch, und bauten unser 2. Testfeld auf. Dieser Raum ist zu einer Art Jagdzimmer umgestaltet worden.

Als nächstes gingen wir eine kleine Nebentreppe hinauf auf den Dachboden. Dort wohnten früher die Bediensteten in den kleinen Zimmern. Bevor wir mit den Grundmessungen und dem Aufbau unseres 3. Testfeldes, mit geplantem Sitdown begonnen, verabschiedeten wir Herrn Perl, und bedankten und herzlich für diese sehr nette Führung durch das Schloss und seine Offenheit uns gegenüber. Wir verabredeten uns mit Ihm für den nächsten Tag.

Nachdem wir oben im Dachboden fertig waren, gingen wir die Treppe wieder hinunter, und wollten unseren Abschlusssitdown in der Aufbahrungshalle durchführen. Es war inzwischen schon 01:15 Uhr. Beim hinunter gehen der Treppe, vernahmen Doris und das Filmteam Stimmen. So entschlossen wir schnell dort einen Sitdown durch zu führen. (Testfeld 4).
Nach Beendigung dieses, gingen wir in die Aufbahrungshalle, und bereiteten alles für unseren geplanten Abschlusssitdown vor. (Testfeld 5.)
Um 03:00 Uhr waren wir mit den ersten Untersuchungen fertig und packten alles zusammen und verließen das Schloss.

Am nächsten Tag gingen wir als erstes noch mal auf den Dachboden, um erneut dort zu untersuchen, da wir in der Nacht vorher unerklärliche Ereignisse hatten, denen wir nochmals nachgehen wollten. (Testfeld 6) Nachdem wir dieses beendet hatten, trafen wir uns wieder mit Herrn Perl, der uns erlaubte, uns in den großen Saal zu setzten, um erste Auswertungen zu machen. Wir berichteten ihm auch von unseren ersten Ergebnissen.

Um ca. 17:00 Uhr verließen wir das schöne Schloss und fuhren mit vielen Eindrücken nach Hause.
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